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Mo, 20 Juni, 18:00 Uhr Berlin

Forschungsprojekt zu Mundgesundheit in einer Pflegeeinrichtung

Referent: Prof. Clarissa Kurscheid

Mundgesundheit in Pflegeeinrichtung Ein Versorgungsforschungsprojekt zur Interprofessionelle Zusammenarbeit in der zahnmedizinischen Versorgung alter und pflegebedürftiger Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen.

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Forschungsprojekt zu Mundgesundheit in einer Pflegeeinrichtung

Prof. Clarissa Kurscheid

Mundgesundheit in Pflegeeinrichtung Ein Versorgungsforschungsprojekt zur Interprofessionelle Zusammenarbeit in der zahnmedizinischen Versorgung alter und pflegebedürftiger Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen.

Innerhalb der Versorgungsforschung wird die Notwendigkeit von berufsgruppenübergreifender Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe insbesondere im Kontext des demografischen Wandels und einer immer stärker auftauchenden Multimorbidität der alten und älteren Menschen als zielführend erachtet, um eine adäquate Versorgung zu gewährleisten. Aufgrund völlig unterschiedlicher Sozialisationen einzelner Gesundheitsberufe ist eine Zusammenarbeit jedoch nicht selbstverständlich, sondern bedarf unterstützende Mittel und Maßnahmen, damit sie sich erfolgreich in der Versorgung der pflegenden Personen niederschlägt. Ziel der Studie soll sein, mittels eines nachhaltigen Schulungskonzeptes und der Förderung der interprofessionellen Zusammenarbeit zwischen Dentalhygienikerin, Zahnärzte und Pflegefachkräfte bestehende Versorgungsdefizite in der zahnmedizinischen Versorgung alter und pflegebedürftiger Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen zu minimieren.

Zu diesem Zweck soll in einer ersten Studienphase ein Schulungskonzept inkl. seiner crossmedialen Schulungsmaterialien im Rahmen einer Pilotphase in einer Pflegeeinrichtung implementiert und getestet werden. Diese erste Studienphase umfasst etwa ein Jahr. In dieser Phase wird dann einerseits die (subjektiv empfundene) Mundgesundheit der Pflegebedürftigen erhoben und der Schulungserfolg bei den Pflegenden evaluiert. Andererseits werden mögliche Effekte aus deutlich zugenommener und wahrnehmbarere interprofessioneller Kooperation nachvollzogen und gemessen. Hierzu sind sowohl quantitative als auch qualitative Befragungen vorgesehen.

Die sich in diesem Kontext ergebende Forschungsfrage lautet:

Welchen Beitrag zur Minimierung von Versorgungsdefiziten kann eine Qualifizierung von Pflegekräften durch Dentalhygienikerinnen leisten?

a) Lässt sich ein (zusätzlicher) Lernerfolg durch die Intensivierung der interprofessionellen Zusammenarbeit von Dentalhygienikerinnen und Pflegefachkräften in der alltäglichen Mundhygiene abbilden?

b) Wird eine Verbesserung der zahnmedizinischen Versorgung in Pflegeheimen durch eine interprofessionelle Schulung erzielt?

In Abhängigkeit vom Ergebnis der Evaluation der ersten Studienphase wird das Schulungskonzept bei Bedarf modifiziert und auf die im Rahmen der Evaluation identifizierten Bedürfnisse der Pflegenden und Pflegebedürftigen angepasst. Der zu erwartende Mehrwert des Schulungskonzepts soll sich in einer zweiten Phase zeigen, in der das evaluierte Schulungskonzept auf weitere Pflegeeinrichtungen übertragen wird.

Mundgesundheit ist ein hochrelevantes Thema in Pflegeeinrichtungen. Die durch mangelnde Mundgesundheit entstehende Mehrarbeit erschwert den Alltag in Pflegeeinrichtungen massiv. Dies hat auch im politischen Kontext Eingang gefunden. Folglich wurden über die vergangenen drei Reformen im SGB V und SGB XI (§§ 119b Abs. 1, 87 Abs. 2j SGB V, Nr. 171 a und b, 172 a-d der BEMA), gesetzliche Möglichkeiten geschaffen, die Pflegeeinrichtungen helfen sollen, eine Verbesserung der Mundgesundheit zu erreichen.

Neben dem gestiegenen öffentlichen Bewusstsein für die Notwendigkeit der regelmäßigen Begleitung dieser Patientengruppen ist laut Pflegestatistik bekannt, dass es derzeit 2,6 Mio. Pflegebedürftige gibt, wovon knapp 30 Prozent (764.000) in Pflegeinrichtungen versorgt bzw. untergebracht sind. Der Sachverständigenrat hat bereits im Jahr 2009 darauf verwiesen, dass bei Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen eine potentielle Versorgungslücke besteht. Rothgang et al. haben im Jahr 2014 empirisch belegen können, dass es eine deutlich geringere Inanspruchnahme der zahnmedizinischen Versorgungsleistungen durch Pflegebedürftige im Vergleich zu Nicht-Pflegebedürftigen gibt und damit tatsächlich eine Versorgungslücke existiert. Dabei konnten Rothgang et al. deutlich machen, dass insbesondere Pflegebedürftige in stationären Pflegeeinrichtungen durchgängig die geringsten Versorgungsquoten und damit die größten Versorgungsdefizite aufweisen.

Durch interprofessionelle Weiterbildung soll die Mundgesundheit in Pflegeeinrichtungen weiterentwickelt und optimiert werden. Dieser edukative Ansatz nimmt damit Einfluss auf die Mundhygiene von pflegebedürftigen alten Menschen. Dies geschieht u.a. auf Basis einer der letzten Gutachten des Sachverständigenrates im Gesundheitswesen (2009), der darin ausführt, dass die Mundgesundheitsversorgung älterer pflegebedürftiger Menschen allein deshalb suboptimal ist, da beim Pflegepersonal hinsichtlich der Mundhygiene eine Wissensdefizit vorliegt. Eine der Vorüberlegungen zur Studie ist somit, dass durch die interprofessionelle Zusammenarbeit von zahnärztlichem und pflegerischem Personal die Mundhygiene des betrachteten Personenkreises besser unterstützt wird. In Begleitung von verantwortlichen Zahnärztinnen und Zahnärzten wird das Pflegepersonal durch Dentalhygienikerinnen in der Optimierung der Mundhygiene der Pflegebedürftigen geschult. Dies geschieht durch ein dreistufiges Schulungskonzept, in dem das Pflegepersonal geschult wird, am Patienten begleitet wird und über ein E-Learning Ansatz die Inhalte eigenständig wiederholt.


Veröffentlichungsdatum: Monday 20th June, 2016, 06:00 PM
Verfügbar bis: Do, 20 Juni, 18:00 Uhr Berlin

"Forschungsprojekt zu Mundgesundheit in einer Pflegeeinrichtung" is co-sponsored by Tribune Group GmbH. Tribune Group GmbH is a recognized ADA CERP and AGD PACE provider.

Referent

Prof. Clarissa Kurscheid

Berufserfahrung
seit 2015
  • Leiterin des Instituts für Gesundheits- und Versorgungsforschung der praxisHochschule (igv Köln)
seit 2014
  • praxisHochschule, Köln
  • Studiengangsleiterin Management-Studiengänge
  • Professur für Gesundheitsökonomie und Institutionenökonomie

2008- 2014

  • Hochschule Fresenius, Köln
  • 2011-2014 Studiendekanin im Masterprogramm Management im Gesundheitswesen und Gesundheitsökonomie
  • 2009-2014 Professur für Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik
  • 2008-2014 Studiendekanin im Bachelor Health Economics
seit 2009
  • Wissenschaftliche Begleitung des Züricher Stadtspitals Triemli zur Entwicklung neuer Versorgungsstrukturen
2007 – 2009
  • Beratung des Verband Deutscher Nierenzentren des DDNÄ e.V., Düsseldorf (Integrationsversorgung)
2006 – 2009
  • Wissenschaftliche Begleitung der Kaneka Pharma Europe N.V., Frankfurt
2006 – 2009
  • Mitglied des Redaktionsteams der ZögU, Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen (ehrenamtlich)
2006 – 2008
  • Projektleitung im Modellprojekt „Gesundes Kinzigtal“ zum Thema Osteoporose „Starke Muskeln, starke Knochen“
2005 – 2013
  • Beratung der Stadt Zürich in der Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (Managed Care) in Zürich
seit 2004
  • Gesellschafter-Geschäftsführerin, CRS-GeNet GmbH Beratung im Gesundheitswesen
2004- 2012
  • Lehraufträge
  • 2012 Deutsches Krankenhausinstitut (DKI), Qualifizierende Weiterbildung zum Health Care Manager
  • 2004-2009 VWA Düsseldorf Studiengang,Gesundheitsmanagement
  • 2004-2009 Katholische Fachhochschule Freiburg, Gesundheits- und Sozialpolitik, Studiengang Pflegepädagogik
  • WS 2007/08 Hochschule Fresenius Köln, Spezielle Gesundheitswirtschaft I: Krankheitsformen und Versorgungsalternativen
  • 2004-2008 HTW Saarbrücken, StudiengangGesundheitsmanagement
2003 – 2008
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin (in Teilzeit) am Seminar für Sozialpolitik der Universität Köln
2003 – 2008
  • Veranstaltungsorganisation und Begleitung von wissenschaftlichen Tagungen der Gesellschaft für sozialen Fortschritt (ehrenamtlich)
1999 – 2002
  • Dozentin an verschiedenen Volkshochschulen und Weiterbildungsstätten in dem Bereich Frau und Wirtschaft (Köln, Gummersbach, Detmold, Erftstadt, Zülpich)
1998 – 1999/

2002 – 2003

 

  • Studentische Hilfskraft am Institut für Sozialpolitik
1990 – 1996
  • Stationär und ambulant tätige Physiotherapeutin

Ausbildung
2005
  • Promotion
  • Thema: Das Problem der Vereinbarkeit von Studium und Familie. Eine empirische Studie zur Lebenslage Kölner Studierender
1997-2003 Universität zu Köln

  • 2000-2003 Studium der Gesundheitsökonomie
  • Abschluss: Diplom Gesundheitsökonomin
  • 1997-2000 Studium der Betriebswirtschaftslehre
  • Abschluss: Diplom Betriebswirtin
1987 – 1990
  • Ausbildung zur Masseurin und med. Bademeisterin, Universitätsklinik Köln und Malteser Krankenhaus Bonn
1984 – 1987
  • Ausbildung zur Schwimmmeistergehilfin, Stadt Königswinter

Weiterbildung &

Praktika

2001
  • Praktikum im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Referat Gesundheitspolitik
1997
  • Praktikum im Bereich der Patientenverwaltung, Controlling, Pflegedirektion und EDV im Malteserkrankenhaus, Bonn

Veröffentlichungen
2016 (in Vorbereitung)
  • Kurscheid, C. (Hrsg.) (2016): Netzwerke im Gesundheitswesen. Kohlhammer Verlag
2016
  • Eble, S./ Kurscheid, C. (Hrsg.) (2015): Gesundheitsnetzwerke – Strategien, Konzeption, Umsetzung. MWV Hopfe Verlag
2014
  • Kurscheid, C./Rittmeier, M. (2014): Gesundheitspolitische Aspekte der GroKO. In: Health-Policy. 2/2014, S. 20-23.
  • Kurscheid, C./ Kloepfer, M./ Kloepfer A. (Hrsg.) (2014): Jahrbuch Gendergesundheit. Medhochzwei Verlag
  • Kurscheid, C./ Beivers A. (Hrsg.) (2014): Lehrbuch Gesundheits- und Sozialpolitik. Kohlhammer Verlag
2013
  • Kurscheid, C. /Rittmeier M. (2013): Die Fortentwicklung von Netzwerken im Kontext neuer Versorgungsformen. In: Jahrbuch Gesundheitswirtschaft. In:  Eiff, W. (Hrsg.): Wegweiser Media & Conference
  • Kurscheid, C./Beivers, A. (2013): Vernetzte Versorgung- Modell für die Gesundheitsversorgung im demografischen Wandel. In: Hellmann W. (Hrsg.): Zukunftssicherung des Krankenhauses, Medhochzwei Verlag
2012
  • Kurscheid, C. /Liedler A. (2012): Das Gehalt als Spiegel gesellschaftlicher Wertschätzung. PM- Report
  • Kurscheid, C. (2012): Verzahnung ambulanter und stationärer Versorgung. In:  Eiff, W. (Hrsg.): Jahrbuch Gesundheitswirtschaft. Wegweiser Media & Conference
  • Kurscheid, C./ Beivers A. (2012): Herausforderung der Versorgung im demografischen Wandel. In: Hellmann, W. (Hrsg.), Handbuch integrierte Versorgung, Medhochzwei Verlag
  • Kurscheid, C./Zweidorf, E. (2012): Gesundheitsversorgung neu denken und gestalten, vernetzte Versorgung und deren Weiterentwicklung. In: Thinking outside the Box, Zeitschrift im Eigenverlag
  • Kurscheid, C./Beivers, A. (2012): Die spezialärztliche Versorgung im Fokus des GKV-VStG. In:  Management Handbuch DRGplus, Doelfs, P./ Goldschmidt, A. u.a. (Hrsg.), Medhochzwei Verlag
  • Kurscheid C./ Hellmann W./ Eble, S./ Wichelhaus, D. (Hrsg.) (2012): Lexikon Krankenhausmanagement. Medhochzwei Verlag
  • Kurscheid, C. (Hrsg.) (2012): Thinking outside the Box. Dokumentationsschrift über ein Projekt der Hochschule Fresenius mit MSD
2011
  • Kurscheid C.,/Schulz-Nieswandt, F., Eisenring C. (2011): Das Gesundheitsnetz 2025. In: Care Management. 5/2010-2011
  • Kurscheid C./ Hellmann W./ Halbe B./ Wichelhaus, D. (Hrsg.) (2011): Herausforderung Krankenhaus für ärztliche Neueinsteiger. Medhochzwei Verlag
2010
  • Kurscheid, C. (2010): Innovative Entwicklungen und Beispiele der integrativen Versorgung. In: Pflege und Unterstützung im Wohnumfeld, Deutsches Institut für Pflegeforschung (Hrsg.), Schlütersche
  • Kurscheid, C./ Hellmann, W./ Kretzmann, W./ Eble, S. (Hrsg.) (2010): Medizinische Versorgungszentren erfolgreich führen und weiterentwickeln. 1. Aufl. MWV Hopfe Verlag
  • Kurscheid, C. (Hrsg.) (2010): Die zukünftige Rolle öffentlicher Krankenhäuser im Gesundheitswesen. ZögU Beiheft 38, Nomos-Verlag
2009
  • Kurscheid, C./Hartweg, H. (2009): Gesundheitsversorgung in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung neuer Versorgungsformen. In: Hellmann, W./ Eble, S.: Gesundheitsnetzwerke managen, MWV Hopfe Verlag
2008
  • Kurscheid, C./ Hartweg, H. (2008): Versorgungsstrukturen in Deutschland – Aktueller Stand und Perspektiven für das Krankenhaus. In: Hellmann, W. (Hrsg.): Abteilungsmanagement für leitende Ärzte, ecomed
2007
  • Kurscheid, C. (2007): Integrationsversorgung: Gründungsmanagement und Netzwerkpflege. In: Kurscheid & Schulz-Nieswandt (Hrsg.): Nomos. S. 38 – 50.
  • Hartweg, H./ Kurscheid, C. (2007): Die Neuregelungen zur integrierten Versorgung im GKV- Wettbewerbsstärkungsgesetz (WSG). In: Hellmann, W. (Hrsg.): Handbuch Integrierte Versorgung, ecomed
  • Schulz-Nieswandt, F. & Kurscheid, C. (2007): Die Schuld an der Schuld. Zur Überschuldung privater Haushalte. Merus Verlag
  • Kurscheid, C./ Schulz-Nieswandt, F. (Hrsg.) (2007): Das Krankenhaus im Wandel der Versorgungslandschaft. ZögU Beiheft 35, Nomos-Verlag
2006
  • Schulz-Nieswandt, F./ Jochimsen, M./ Kurscheid, C./ Maier-Rigaud, R. (2006): Care Regimes for Elderly in South Eastern Europe in a European Comparative Perspective. In: Laaser, U./ Rademacher, R. (Hrsg.): Financing Health Care – A Dialogue between South Eastern Europe and Germany. Series International Public Health, Vol. 17, Lage.
2005
  • Schulz-Nieswandt, F./ Kurscheid, C. (2005): Veränderte Versorgung für eine veränderte Populationsstruktur.
  • Kurscheid, C. (2005): Das Problem der Vereinbarkeit von Studium und Familie. Eine empirische Studie zur Lebenslage Kölner Studierender. Lit Verlag, Münster
2004
  • Schulz-Nieswandt, F./ Kurscheid, C./ Wölbert, S. (2004):Integrierte Versorgung auf der Grundlage der Reform des SGB V durch das GMG.
  • Schulz-Nieswandt, F./ Kurscheid, C. (2004):Integrationsversorgung; Eine Einführung für die gesundheitsökonomische, pflegewissenschaftliche und sozialpolitische Ausbildung. Lit Verlag, Münster
2003
  • Schulz-Nieswandt, F./ Kurscheid, C. (2003): Grundzüge der Alterssozialpolitik und der Integrationsversorgung von älteren Menschen.

Referent

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